CO₂-Neutralität

Ambitionierte Ziele für den Klimaschutz

Wir arbeiten ab dem Jahr 2021 über alle Standorte hinweg CO₂-neutral

Wieso hat sich Miele dazu entschieden, ab dem Jahr 2021 CO₂-Neutralität zu erreichen?

Weil Nachhaltigkeit seit jeher Teil der DNA von Miele ist und wir aus unserem eigenen Anspruch heraus einen weiteren Beitrag für den Erhalt des Klimas leisten wollten. Wir haben im Laufe der letzten Jahrzehnte die Energie- und Ressourceneffizienz unserer Produkte kontinuierlich verbessert. Das gilt auch für den Einsatz von Ressourcen in der eigenen Produktion. Um aber darüber hinaus noch einen weiteren Beitrag zu leisten, haben wir uns deshalb dazu entschieden, ab dem Jahr 2021 über alle Standorte hinweg CO₂-Neutralität zu erreichen.

Ist Miele das einzige Unternehmen, dass solche Anstrengungen unternimmt und ein solches Projekt gestartet hat?

Nein, damit befinden wir uns in guter Gesellschaft. Wir sind auch nicht das erste Unternehmen, das diesen Weg eingeschlagen hat, haben uns dafür aber umso ehrgeizigere Ziele gesteckt. Übrigens ist es gut, dass viele Unternehmen solche Anstrengungen unternehmen. Denn je mehr Unternehmen sich beteiligen, umso besser ist dies für das Klima, die Umwelt und unseren Planeten. Wir alle können einen Beitrag leisten, um die globale Erderwärmung zu begrenzen und Energie- sowie Ressourcen zu sparen.

Was bedeutet es, wenn ihr von CO₂-Neutralität sprecht?

Der Begriff CO₂-Neutralität bedeutet für uns, dass wir mit unserem Handeln nicht mehr CO₂ freisetzen wollen, als wir woanders abbauen oder kompensieren können. In einem ersten Schritt beziehen wir unser Vorhaben auf die direkten CO₂-Emissionen („Scope1“) sowie die indirekten CO₂-Emissionen („Scope 2“). Diese wollen wir bis 2030 um 50 Prozent im Vergleich zu 2019 senken. Da ein Großteil der Emissionen der Wertschöpfungskette, beispielsweise bei Lieferanten, in der Nutzungsphase der Produkte und bei der Entsorgung oder dem Transport anfallen („Scope 3“), haben wir auch diesen Bereich im Blick. Uns ist aber bewusst, dass wir als produzierendes Unternehmen unseren CO₂-Fußabdruck nicht vollständig reduzieren können. Unvermeidbare Emissionen versuchen wir daher zu kompensieren.

Was bedeutet Scope 1, Scope 2 und Scope 3?

Treibhausgasemissionen werden nach dem internationalen Standard des Greenhouse Gas (GHG) Protocol in drei Kategorien oder sogenannte „Scopes“ unterteilt. Unter „Scope 1“ fallen die Emissionen, die an den Standorten eines Unternehmens entstehen, etwa bei der Herstellung von Gütern, oder auch durch Heizungen und Klimaanlagen von Bürogebäuden und dem Fuhrpark. Unter „Scope 2“ fallen alle CO₂-Emissionen, die durch die Herstellung von Strom und Fernwärme entstehen, die ein Unternehmen verbraucht. Unter „Scope 3“ fallen alle Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, beispielsweise bei eingesetzten Materialien und Dienstleistungen, in der Nutzungsphase der Produkte und bei der Entsorgung oder Transport.

Wie funktioniert das mit der Kompensation?

Das Prinzip der Kompensation beruht auf dem Gedanken, dass es für das Klima nicht entscheidend ist, wo genau Treibhausgase ausgestoßen oder vermieden werden. Daher lassen sich an einer Stelle verursachte Emissionen auch an einer anderen Stelle kompensieren. Da die Vermeidung von Emissionen einem Ausgleich stets vorzuziehen ist, sollte die freiwillige Kompensation der letzte Schritt nach vermeiden und reduzieren sein. Zur freiwilligen Kompensation wird zunächst die Höhe der klimawirksamen Emissionen einer bestimmten Aktivität berechnet. Die Kompensation erfolgt dann über Emissionszertifikate, mit denen dieselbe Emissionsmenge in Klimaschutzprojekten ausgeglichen wird. Mit dem Zertifikatskauf werden beispielsweise Projekte zur Förderung erneuerbarer Energien oder zur Aufforstung von Wäldern finanziert.

Auf welche Kriterien hat Miele bei der Auswahl der Projekte geachtet?

Wir haben bei unseren Kompensationsprojekten darauf geachtet, dass sie einen großen Einfluss auf die CO₂-Bindung und CO₂-Reduktion haben. Alle Projekte wurden sorgfältig und nach strengen Kriterien ausgewählt, sodass sie sowohl zur Philosophie unseres Unternehmens passen, einen Beitrag zu den Sustainable Development Goals leisten und zur nachhaltigen Entwicklung und Verbesserung in der jeweiligen Projektregion beitragen.

Wer garantiert, dass die Projekte auch wirklich CO₂ einsparen?

International zertifizierte Standards und Kriterien, sowie Verifizierungen durch unabhängige Dritte stellen die Qualität der von uns ausgewählten Projekte sicher und sollen dafür sorgen, dass die Projekte auch die angegebene Menge an CO₂ einsparen.

Wieso habt ihr euch gerade für diese Projekte entschieden?

Wir haben Projekte ausgesucht, die besonders gut zu den Geschäftsaktivitäten von Miele passen und die einen großen Einfluss auf die CO₂-Bindung und -Reduktion haben. Daher haben wir uns für Projekte in den Bereichen Aufforstung, Kochen und Haushalt und Landwirtschaft entschieden und wollen der Abholzung durch verbesserte Nutzung von Ressourcen entgegenwirken. Gleichzeitig möchten wir die Biodiversität und die Lebensqualität von Menschen erhöhen und dabei unterstützen, effizienter Nahrungsmittel zu produzieren. Als Technologieführer fördern wir zudem bewusst innovative technologische Ansätze zur CO₂-Sequestrierung oder -Reduktion.

Ist der CO₂-Fußabdruck von Miele höher als der von vergleichbaren anderen Unternehmen?

Solche Angaben sind mitunter schwer vergleichbar. Ein wesentlicher Aspekt ist, dass bei den „Scope 3“-Berechnungen die Emissionen aus der Nutzungsphase der hergestellten Produkte – also unserer Waschmaschinen, Trockner und Herde – einfließen. Als einziger Hausgerätehersteller testen wir unsere Hausgeräte auf bis zu 20 Jahre Lebensdauer und bieten unseren Kunden damit eine einmalige Verlässlichkeit und Sorgenfreiheit. Aus diesem Grund legen wir auch bei der Berechnung der „Scope 3“-Emissionen eine Nutzungsdauer von 20 Jahren zu Grunde. Dies erhöht unseren CO₂-Fußabdruck– und lässt ihn höher als den von anderen vergleichbaren Unternehmen erscheinen.

Wie funktioniert das mit dem Ökostrom genau?

Es gibt aktuell mehrere Möglichkeiten, Ökostrom zu beziehen, wobei bei Miele drei verschiedene Formen zum Einsatz kommen. Einige Vertriebsgesellschaften haben zum Beispiel schon Grünstromverträge mit einem lokalen Stromanbieter und haben bereits vorher den Strom über diesen bezogen. Der grüne Strom kann dabei entweder direkt aus einem Windrad oder einer Photovoltaikanlage kommen, welche der lokale Stromanbieter betreibt oder er „kauft“ den Grünstrom zu. Daneben kann Ökostrom über entsprechende Nachweise (EAC’s) erworben werden. Der Herkunftsnachweis ist ein elektronisches Dokument, das die Herkunft von Strom bescheinigt. Er gibt Auskunft darüber, wie und wo Strom aus erneuerbaren Energien produziert wurde. Gleichzeitig sorgt dieses Dokument dafür, dass diese Menge nur einmal verkauft werden kann. Wir stellen dadurch sicher, dass die von uns verbrauchte Menge an Strom auch wirklich regenerativ erzeugt wurde. Wir nutzen dabei Anlagen, die mit dem EKOenergy-Label zertifiziert sind. Die Betreiber dieser Anlagen, von denen wir den Strom beziehen, investieren pro Megawattstunde, die wir ihnen per Nachweise „abkaufen“, einen Betrag in einen Klimafonds, mit dem weitere Anlagen gebaut werden. Dadurch unterstützen wir den weiteren Ausbau von regenerativen Energien. Als dritte Variante setzen wir langfristig auf „Power Purchasement Agreements“. Bei diesen kann die Anlage, von der der Strom bezogen wird, selbst ausgesucht werden und bekommt den Strom nachweislich von dieser Anlage.

Warum unterstützt ihr ein teures Aufforstungsprojekt in den USA?

Der Bedarf solcher Projekte wird gerade in den entwickelten Volkswirtschaften unterschätzt. Obwohl die Vereinigten Staaten ein hoch entwickeltes Land sind, fehlt es ihnen an einer rechtlichen Struktur oder einem politischen Rahmen, um die heimischen Waldflächen nachhaltig zu vergrößern. Projekte wie das GreenTrees ACRE-Projekt sind daher wichtig, um den Waldschutz auch in entwickelten Volkswirtschaften zu fördern. Das Projekt selbst befindet sich im Mississippi Alluvial Valley, das als eines der wichtigsten Laubholz-Ökosysteme auf dem nordamerikanischen Kontinent gilt. Das Gebiet, das manchmal auch als Regenwald Nordamerikas bezeichnet wird, ist ein Durchzugshabitat für etwa 60 Prozent aller Vögel des Kontinents. Die intensive Abholzung in den letzten 50 Jahren hat zu einer starken Degradierung des Gebiets geführt. Durch die Aufforstung gelangen außerdem weniger Phosphor und Stickstoff in das Wasser des Mississippi, was zu einer größeren Artenvielfalt und Biodiversität in der Region führt.

Wieso habt ihr kein Projekt aus Deutschland ausgewählt?

Das liegt daran, dass Kompensationsprojekte und die damit verbundenen Einsparungen in Deutschland in die Berechnungen der Bundesregierung einfließen und somit doppelt zählen würden – zum einen bei unseren Berechnungen und zum anderen bei den Berechnungen der Bundesrepublik für deren Ziele. Deshalb ist eine Förderung von Projekten in Deutschland schwierig, auch wenn man durchaus hier Wälder aufforsten könnte. Mit dem Einsatz von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft haben wir uns bewusst für ein Technologieprojekt in Deutschland entschieden, da wir hier in neue Technologien und Ideen investieren wollen, die derzeit noch sehr teuer sind, aber in Zukunft eine große Rolle spielen könnten. Das Projekt ist daher auch nicht als Kompensation zu sehen, sondern ein zusätzliches Projekt und fließt nicht in unsere Berechnungen ein.

Was habt ihr bisher für das Klima und die Umwelt getan?

Richtig ist, dass Miele seit vielen Jahrzehnten sehr aktiv im Bereich Nachhaltigkeit sowie Umweltschutz und Vorreiter seiner Branche ist. Das belegen zahlreiche unabhängige Studien und Befragungen, bei denen wir als sehr nachhaltig wahrgenommen werden. Wir erfassen seit 1970 die Umweltdaten der Standorte, verfassen seit 2002 einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht und haben 2014 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen. Alles zu einer Zeit, als die Erwartungshaltung von außen noch nicht so groß war wie heute. Wir tun dies, weil Nachhaltigkeit Teil der DNA unseres Unternehmens ist, angefangen mit der Philosophie der Gründer, auf besonders langlebige Produkte zu setzen. Das Unternehmen an die nächste Generation zu übergeben und zu erhalten ist den Eigentümern besonders wichtig – daher zählen Kontinuität und Nachhaltigkeit zu den wichtigsten Faktoren. Aber ja, auch bei Miele gibt es noch einiges zu tun und natürlich können auch wir uns noch weiter verbessern. Dem stellen wir uns.

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